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Jeder zweite Handwerksbetrieb ist im Internet nicht auffindbar. Was heisst das für Ihren Betrieb?

Kurz gesagt

46 Prozent der Handwerksbetriebe in der Deutschschweiz haben keine Website, die man unter ihrem Namen findet. Bei Einzelfirmen sind es 58 Prozent, bei Gipsern 73. Für den einzelnen Betrieb heisst das zweierlei. Wer eine ordentliche Website hat, konkurriert online nur mit der Hälfte seiner Branche. Und wer keine hat, kommt in keiner Antwort vor, weder bei Google noch bei einer KI.

Im Oktober 2026 haben wir eine Frage beantwortet, zu der es in der Schweiz keine Zahlen gab: Wie viele Handwerksbetriebe findet man im Internet überhaupt? Das Ergebnis steht im Report «Handwerk online 2026». Hier die drei Zahlen, die zählen, und was Sie damit anfangen.

Zahl eins: 46 Prozent

Von 26’141 Betrieben aus 19 Deutschschweizer Kantonen hat fast jeder zweite keine Website, die man unter dem Firmennamen findet. Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind klein, St. Gallen liegt bei 49 Prozent, Zürich bei 46, Bern bei 44. Es ist also kein Stadt-Land-Thema, sondern ein Branchen-Thema.

Zahl zwei: 73 Prozent bei Gipsern, 36 bei Elektrikern

Je kleiner der typische Auftrag und je stärker die Mund-zu-Mund-Empfehlung, desto seltener die Website. Gipser 73 Prozent, Plattenleger und Bodenleger 62, Maler 54, Bauunternehmen 57. Am anderen Ende Elektriker und Garagen mit 36 Prozent. Für Sie heisst das: In den Gewerken mit den höchsten Werten ist der Vorsprung einer ordentlichen Website am grössten. Ein Gipser mit Website konkurriert online mit einem Viertel seiner Branche.

Zahl drei: 19 Prozent haben eine Domain, aber keine Seite

Das ist die Zahl, die uns am meisten überrascht hat. In einer Handprüfung von 293 Betrieben in der Region Gossau hatte jeder fünfte eine Domain, unter der nichts Brauchbares erscheint: die Anmeldeseite des Hosters, «Hier entsteht eine neue Website», eine Fehlermeldung oder ein Zertifikat, vor dem der Browser warnt. Diese Betriebe haben einmal Geld ausgegeben und merken nicht, dass die Seite tot ist. Das ist schlimmer als keine Website, weil der Besucher denkt, der Betrieb existiere nicht mehr.

Was das für einen einzelnen Betrieb heisst

Wer heute einen Handwerker sucht, fragt Google, immer öfter auch eine KI. Beide empfehlen nur, was sie finden. Ein Betrieb ohne Website und ohne Telefonbucheintrag kommt in keiner Antwort vor, egal wie gut er arbeitet. Umgekehrt: Wer sichtbar ist, bekommt die Anfragen der unsichtbaren Hälfte gleich mit.

Das gilt nicht nur fürs Handwerk. Praxen, Läden und Büros stehen vor derselben Frage, nur sind dort die Zahlen weniger drastisch. Das Handwerk macht in unserer Reihe den Anfang, weil die Lücke hier am grössten ist.

Was Sie in einer Stunde selbst tun können

  1. Eigenen Namen googeln, auf dem Handy. Was erscheint, sieht Ihr nächster Kunde.
  2. Domain prüfen mit dem Website-Check: Erreichbarkeit, Verschlüsselung mit und ohne www, Handy-Tauglichkeit, Impressum, Leistung. Dauert 20 Sekunden.
  3. Telefonbuch kontrollieren auf search.ch und local.ch: Eintrag vorhanden, Website hinterlegt, Mailadresse aktuell?
  4. Google-Unternehmensprofil anlegen oder ergänzen, mit Link auf die Website. Wie das geht, steht im Artikel Reicht ein Google-Eintrag?.

Alle Zahlen, nach Gewerk, Kanton und Rechtsform, und die Methode dahinter finden Sie im Report «Handwerk online 2026». Die Daten dürfen mit Quellenangabe frei verwendet werden.

Häufige Fragen dazu

Mein Betrieb läuft über Empfehlungen. Betrifft mich das?

Weniger als andere, aber auch Empfohlene werden gegoogelt. Wer Ihren Namen vom Nachbarn hört, schaut nach, bevor er anruft. Findet er nichts, ruft er den Nächsten an, der empfohlen wurde.

Wie finde ich heraus, wie mein Betrieb dasteht?

Mit dem Website-Check auf tearn.ch/check. Domain eingeben, 20 Sekunden warten. Geprüft werden Erreichbarkeit, Verschlüsselung, Handy, Inhalt, Impressum, Kontakt und Leistung, gratis und ohne Anmeldung.

Woher stammen die Zahlen?

Aus unserer eigenen Erhebung «Handwerk online 2026» über 26'141 Betriebe aus öffentlich zugänglichen Firmenverzeichnissen in 19 Deutschschweizer Kantonen. Methode und alle Tabellen stehen im Report.

Nico RazzinoTearn AG, Herisau

Berät seit 2017 Ostschweizer KMU bei Software, Automatisierung und IT-Entscheiden. Schreibt, was er im Erstgespräch auch sagen würde.

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